Mein Weg zur Schmerztherapie

 Mein Weg zur ganzheitlichen SchmerztherapieIn meiner über zwanzig-jährigen Tätigkeit als niedergelassener Orthopäde und Schmerztherapeut bin ich immer wieder auf einige wichtige, auf den ersten Blick schwer zu erklärende Tatsachen gestoßen. Patienten mit schwerstem Verschleiß haben oft erstaunlich wenig Beschwerden, andere ohne wesentlichen fassbaren Befund haben dagegen starke Schmerzen. Patienten reagieren auf die gleiche Behandlung manchmal normal, manchmal aber auch schlecht bis gar nicht und manchmal auch viel zu stark. Ich habe festgestellt, dass diese Ausnahmen von der Regel fast ebenso häufig sind wie die Fälle, die sich so verhalten, wie es die medizinische Wissenschaft erwarten lässt.

Diese Erfahrungen und Erkenntnisse haben dazu geführt, dass ich über die Jahre meine ganz persönliche Behandlungsweise entwickelt habe, mit der ich vielen Patienten auch dann noch helfen kann, wenn sie operiert werden sollen oder alle Behandlungsversuche fehlgeschlagen sind. Die wesentlichen Erfahrungen möchte ich Ihnen im Folgenden darstellen.

Es ist oft nicht so wie es aussieht

Häufig haben Patienten im Röntgen, der Computertomografie (CT) oder der Kernspintomografie (MRT) schwerste Veränderungen, z.B. einen großen Bandscheibenvorfall oder einen Gelenkverschleiß, dass praktisch ohne jeden Knorpel Knochen auf Knochen reibt. Als operativ tätiger Orthopäde oder Chirurg möchte man am liebsten gleich ein künstliches Gelenk einsetzen. Dennoch haben viele dieser Patienten erstaunlich wenig Schmerzen und treiben sogar noch Sport. Bei anderen Patienten ist es gerade umgekehrt. Röntgen, CT und MRT zeigen nur Veränderungen, die für das Alter normal sind oder sogar noch weniger und dennoch haben sie starke Schmerzen. Wie kann das sein? Sind die Patienten der ersten Gruppe einfach nur zäh und die der zweiten Gruppe Jammerlappen? Die Erklärung ist ganz einfach! Die direkte Schmerzursache ist nicht die Veränderung, die man auf den Bildern sieht, sondern eine räumlich begrenzte Entzündung, z.B. der Nervenwurzel, der Gelenkkapsel, des Knochens oder kleiner Muskelregionen. Die wissenschaftliche Schmerzforschung hat dies inzwischen auch nachgewiesen. In die Behandlung von Schmerzen haben diese Forschungsergebnisse aber bisher kaum Eingang gefunden. Diese schmerzverursachenden Entzündungen kann man im Röntgen und CT gar nicht, im MRT manchmal recht gut, manchmal aber auch gar nicht sehen. Wenn man diese lokale Entzündung, die eine Folge lokaler Gewebeüberlastung ist, erfolgreich bekämpft, ist der Patient wieder schmerzfrei.

Das gelingt bei den allermeisten Patienten. Natürlich gibt es auch die Fälle, in denen der schwere Gelenkverschleiß oder der Bandscheibenvorfall immer wieder zur Gewebeüberlastung, damit zur Entzündung und damit zu Schmerzen führt. In diesen recht wenigen Fällen ist dann ein operatives Vorgehen oft sinnvoll. Es ist aber immer wieder überraschend, welche „hoffnungslosen“ oder „eindeutig operationsbedürftigen“ Patienten durch die ganzheitliche und multimodale Schmerztherapie schmerzarm oder sogar schmerzfrei werden und ihrer Arbeit und ihren Hobbies wieder weitgehend ungehindert nachgehen können.

Schlussfolgerungen:
Es ist oft nicht so, wie es auf den Röntgen-, CT- und MRT-Bildern aussieht. Die Behandlung der eigentlichen Schmerzursache, der lokalen Entzündung, führt bei den meisten Patienten zur Besserung bis hin zur Schmerzfreiheit, auch ohne Operation.

Der häufigste Grund für anhaltende Schmerzen nach einer Operation am Gelenk oder der Wirbelsäule ist, dass der auf den Bildern auffällige Befund operiert wurde, dieser aber die Schmerzen gar nicht verursacht hat und die eigentliche Schmerzursache weiter verblieben ist.

Jeder Mensch ist anders

Diese eigentlich selbstverständliche Feststellung trifft vor allem auf die Art und Weise zu, wie Patienten auf Medikamente und Behandlungen reagieren. Es gibt zunächst die „normal“ reagierenden Patienten, bei denen Medikamente und Behandlungen in etwa so wirken, wie wir Ärzte es aufgrund der medizinischen Wissenschaft erwarten. Dann gibt es „stark“ oder „sehr stark“ reagierende Patienten, die auf Medikamente und Behandlungen viel intensiver reagieren, als wir das erwarten. So kann die gewünschte Wirkung eines Medikamentes z.B. mit 1/4 der normalen Dosis oder noch weniger erzielt werden. Die normale Dosis ist viel zu stark für diese Patienten und wird nicht vertragen. Ein großer Teil der Medikamentennebenwirkungen ist auf dieses Phänomen zurückzuführen. „Stark“ reagierende Patienten sprechen meistens besonders gut auf alternative und naturheilkundliche Behandlungen an. Aber auch da ist die Intensität der Behandlung sorgfältig zu dosieren. Und dann gibt es noch die Patienten, die bei dem einem Medikament oder der einen Behandlung „normal“ reagieren, bei der anderen „stark“ oder „sehr stark“ und bei der dritten kaum oder gar nicht.
Auch die Ansprüche an den Therapieerfolg sind sehr unterschiedlich. So möchte vieleicht der alte Mensch, dem die Arthrose die Nachtruhe raubt, nur wieder durchschlafen können, auf Schmerzmittel verzichten und sich in der Wohnung bewegen können. Der andere will wieder Tennis spielen, golfen oder wandern.

Viele Patienten legen Wert auf eine möglichst natürliche und nebenwirkungsarme Behandlung. Andere wollen vor allem eine besonders schnelle Wirkung, vieleicht weil sie wenig Zeit haben, und akzeptieren dafür eine etwas aggressivere Behandlung bzw. stärkere schulmedizinische Medikamente.

Schlussfolgerungen:
Auch bei der gleichen Diagnose und dem gleichen Schweregrad der Erkrankung kann die Behandlung von Patient zu Patient sehr unterschiedlich sein. Es ist eine große Herausforderung für den Arzt, für jeden Patienten die beste Behandlung zu herauszufinden. Manchmal ist die beste Behandlung nicht von Anfang an klar und ergibt sich erst im Laufe der Behandlung. Ich versuche immer, die für Ihren Körper und Ihre Ansprüche und Wünsche beste Lösung zu finden

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile

Normalerweise erfolgt die Behandlung in der orthopädischen Praxis durch eine, ggf. zwei Maßnahmen. So wird z.B. ein Schmerzmittel gegeben, eine Chirotherapie durchgeführt, ggf. eine Spritze gegeben oder noch eine Krankengymnastik verordnet. Bei seit kurzer Zeit bestehenden Schmerzen oder „einfachen“ Problemen reicht das oft aus.

Anders verhält es sich bei chronischen Schmerzproblemen. Auch hier bewirkt die Akutbehandlung mit Schmerzmittel, Chirotherapie, Dorntherapie oder Akupunktur meistens einen raschen Beschwerderückgang. Ebenso schnell kommen die Schmerzen aber meistens wieder. Bei diesen Patienten muss ich die wirksame Erstbehandlung, die durchaus oft schulmedizinisch mit Spritze und Schmerzmedikamenten sein kann, ergänzen um Behandlungen, die den Stoffwechsel und damit die Selbstheilungskräfte des Körpers anregen (z.B. Hochtontherapie oder MBST-Kernspinresonanztherapie). Damit wird dann nicht nur Schmerzlinderung oder Schmerzfreiheit erreicht, sondern die schmerzhafte Region wird wieder soweit regeneriert oder stabilisiert, dass sie wieder richtig belastbar wird und die Schmerzen nicht wieder kommen. Krankengymnastik und Eigenübungen bewirken eine verbesserte Funktion und muskuläre Stabilisierung der betroffenen Region. Spezielle Dehnübungen und eine computergesteuerte Traktion von Wirbelsäule und Gelenken bewirken eine mechanische Entlastung und damit ebenfalls eine Schmerzlinderung. Interessant dabei ist, dass bei einem kombinierten Behandlungsprogramm oft Maßnahmen gut wirksam sind, die in der Vorbehandlung als Einzelmaßnahme nicht geholfen haben.

Schlussfolgerungen:
Einzelmaßnahmen sind bei chronischen Schmerzen meistens nur beschränkt wirksam und wenn sie denn wirken, dann ist die Wirkung meistens nur von kurzer Dauer. Behandlungen, die als Einzelmaßnahme vieleicht bei dem Patienten nur wenig wirken, entfalten in Kombination mit anderen Behandlungen oft eine sehr gute Wirkung. Gerade bei schon länger andauernden oder chronischen Schmerzen plane ich von Anfang an eine Behandlung mit sich ergänzenden Therapieformen. Nur so kann ich erreichen, dass die erzielte Besserung auch von Dauer ist.

Nachsorge – damit der Patient nicht immer wieder kommt

Viele Patienten kommen wieder und wieder mit den gleichen Schmerzen. Dies hat ganz verschiedene Ursachen. Oft hat man sich mit der raschen Schmerzlinderung zufriedengegeben, anstatt die tatsächliche Stabilisierung und Heilung anzustreben. Oft sind es aber auch ungünstige Bewegungs- und Verhaltensmuster z.B. am Arbeitsplatz, die die Schmerzen immer wieder auslösen. Es ist deshalb wichtig, dass nachgeforscht wird, warum die Schmerzen entstanden sind und dass dann diese Auslöser abgestellt oder zumindest verbessert werden.

Das können z.B. sein: eine ungünstige Arbeitshaltung, Stress, schlechte Haltungsgewohnheiten. Oft lassen sich die Auslöser in unserer heutigen Berufswelt nicht einfach abstellen. Dann kann man durch gezieltes Training den Körper soweit kräftigen, dass er den Belastungen besser standhält.

Fehlhaltungen führen zu Verschiebungen der Statik. Da kann es sinnvoll sein, in regelmäßigen Abständen durch eine Dorntherapie die Körperstatik wieder zu korrigieren, bevor die Verschiebungen der Statik wieder zu Schmerzen führen.

Schlussfolgerungen:
Zu einer erfolgreichen Behandlung gehört immer eine Nachsorge Ich sage meinen Patienten, was sie tun können, damit sie mich nicht immer wieder brauchen Bei wiederkehrenden Schmerzen muss durch ergänzende Behandlung der Stoffwechsel und/oder die Muskulatur aktiviert und stabilisiert werden.
Ungünstige Verhaltensweisen müssen erforscht und wenn möglich abgestellt werden. Durch regelmäßiges Training und gesundheitsbewusstes Verhalten können die meisten Rückfälle vermieden werden. Bei einigen Patienten beugt eine regelmäßige Korrektur der Körperstatik nach Dorn, z.B. in Abständen von drei Monaten, auch ohne Beschwerden, Rückfällen vor.