Die exakte Diagnose – der Schlüssel zum Erfolg

Die exakte DiagnoseOhne exakte Diagnose keine erfolgreiche Behandlung! Wenn die Diagnose falsch ist, wird nicht die Ursache der Schmerzen behandelt und die Behandlung kann eigentlich nur zufällig dennoch Erfolg haben. Ist die Diagnose aber richtig, kann ich gezielt die Ursache der Schmerzen behandeln und kann dann auch erwarten, dass meine Behandlung erfolgreich ist.

Wie sieht es aber in der täglichen Praxis aus?

Die meisten Patienten kommen schon mit einer Diagnose. Diese lautet oft Bandscheibenvorfall, Arthrose, enger Rückenmarkskanal, Meniscusschaden. Meistens haben sie dann eine Reihe von Röntgen-, CT- oder MRT-Bildern dabei, auf denen man die (vermeintliche) Schmerzursache mehr oder weniger deutlich sieht. Und viele von ihnen haben auch schon viele Behandlungsversuche ohne (anhaltenden) Erfolg hinter sich und bei einigen ist bereits eine Operation vorgesehen. Andere haben die Operation schon hinter sich, ohne dass die Schmerzen dadurch verschwunden sind, manchmal sind sie sogar schlimmer als zuvor.

Was ist da falsch gelaufen, dass diese Patienten durch die Behandlung, die sie bekommen haben, nicht schmerzfrei geworden sind?
Der häufigste Grund für das Versagen der Therapie ist, dass die Diagnose nicht gestimmt hat. Wenn die falsche Ursache behandelt wird, ist es leider ganz normal, wenn die Schmerzen nicht besser werden. Das ist ganz besonders schlimm, wenn die Behandlung eine Operation ist, denn diese verursacht, wenn ohne Notwendigkeit durchgeführt, zusätzliche Schäden.

MRT KnieJeder Fünfzigjährige hat Verschleiß an den Bandscheiben, oft auch den einen oder anderen Bandscheibenvorfall und Verschleiß der Wirbelgelenke. Aber warum hat noch lange nicht jeder fünfzigjährige auch Rückenschmerzen? Der Grund ist: Das was man auf den Bildern sieht verursacht oft Schmerzen – oft aber auch nicht! Sehr oft liegt die Schmerzursache in einer Fehlstellung der Wirbelsäule, einer Bewegungsstörung, in den Muskeln oder Faszien. Diese Störungen sind auf den Bildern (Röntgen, CT, MRT) nicht sichtbar. Der erfahrene Untersucher kann sie aber sehr wohl mit seinen Händen tasten.

Ein Schmerz auf der Innenseite des Kniegelenkes kann vom Meniscus oder der Arthrose kommen. Häufig ist er aber einen Ausstrahlung aus der Oberschenkelmuskulatur. Schlimm, wenn dann das MRT einen Meniscusschaden zeigt, der Patient operiert wird und nach der Operation die Schmerzen fortbestehen, weil der Meniscus gar nicht die Schmerzursache war. Noch schlimmer, wenn durch die Operation zusätzliche Schäden entstehen mit noch mehr Schmerzen.

Schlussfolgerung:
Vor jeder Operation an Wirbelsäule oder Gelenken sollte sehr genau geprüft werden, ob die Schmerzursache wirklich das ist, was man auf den Bildern sieht und operieren will.

Wie kommt man zur richtigen Diagnose?

Weg zur richtigen DiagnoseDer Weg zur richtigen Diagnose gleicht der Arbeit eines Detektivs. Er beginnt mit der Befragung des Betroffenen. In der Medizin heißt das Anamneseerhebung. Die genaue Schilderung der Beschwerden (wann? wie oft? wie lange? wo? was macht es besser, was schlechter? …) führt meistens schon zu einem Verdächtigen. In der Medizin heißt das Verdachtsdiagnose. Ergänzt wird die Anamnese durch Fragen zum Arbeitsplatz, Freizeittätigkeiten und nicht zuletzt zu bereits erfolgten Behandlungsversuchen.

Der nächste Schritt ist die genaue Untersuchung des Tatorts und der Umgebung. Ich untersuche also den Patienten. Dabei wird nicht nur der Bereich des Schmerzes untersucht, sondern der ganze Körper von den Füßen bis zum Kopf. Dabei benutze ich spezielle manualdiagnostische Techniken, um die Funktion der einzelnen Gelenke zu überprüfen.

Fehlstellungen der Gelenke und insbesondere der Wirbelsäule und des Beckens korrigiere ich sofort mit Hilfe manualtherapeutischer Techniken und der Dorntherapie.
Der dritte Schritt ist die Beurteilung der bisherigen Beweislage. Ich sehe mir alle mitgebrachten Bilder (Röntgen, CT, MRT) und ggf. mitgebrachte Berichte über vorausgegangene Behandlungen genau an und bewerte diese im Zusammenhang mit der von mir erhobenen Anamnese und den Untersuchungsbefunden. Meistens warte ich dann noch den Effekt der Dorntherapie (Korrektur der Statik, der Fehlstellungen der Gelenke, des Beckens und der Wirbelsäule) ab. Oft kommt es bis zum zweiten Behandlungstermin nach ein bis zwei Wochen zu einer wesentlichen Beschwerdebesserung.

Erst jetzt habe ich eine Arbeitsdiagnose. In der kriminalistischen Sprache heißt das „dringender Tatverdacht“. Und jetzt plane ich auch die konkrete Behandlung. Welche Behandlungen benötige ich, um den Schmerz zu durchbrechen, welche, um den Körper zu regenerieren und zu stabilisieren? Welche Übungen oder Krankengymnastik benötige ich zur Unterstützung meiner Behandlung?

In kurzen Abständen überprüfe ich, ob meine Behandlungen so wirken, wie ich es erwarte und wenn notwendig, verändere ich natürlich den Behandlungsplan. Manchmal kommt es auch vor, dass es mit der Behandlung nicht so recht voran geht. Dann muss ich davon ausgehen, dass meine Arbeitsdiagnose falsch war. Ich beginne von Neuem mit der „Beweisaufnahme“, überprüfe die Diagnose und ändere den Behandlungsplan nach den neuen Erkenntnissen.

Schlussfolgerung:
Der Aufwand, um zur exakten Diagnose zu kommen, mag groß sein. Er ist aber unbedingt notwendig, um gute Behandlungserfolge zu erzielen.

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